Bildmanipulation, Merkel

Bildmanipulation? Wie ein Schweißfleck eine Debatte um die Ethik der Bildmanipulation auslöste.

Angela Merkel kennen wir als zerzaust, übermüdet und ungeschminkt. Das Äußere ist ihr wohl nie so wichtig gewesen. Für die Eröffnung der Bayreuther Festspiele jedoch putzte auch sie sich heraus. Welch Malheur als sich ein kleiner Schwitzfleck unter ihrem Arm bildete. Ein DPA Fotograf fing den Moment ein und zahlreiche Medien veröffentlichten das Foto. In der Fotogalerie von BR-Online tauchte exakt das gleiche Foto auf- nur diesmal ohne den Fleck. Spiegel Online titelte: „Darf Angela Merkel nicht schwitzen?“ und prangerte die nur allzu offensichtliche Bildmanipulation an. Zunächst dementierte der Bayerische Rundfunk den Vorwurf, gestand dann aber ein:

…uns [ist] ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Das in einer Bildergalerie publizierte Foto von Frau Merkel war insofern verändert worden, als ein Mitarbeiter einen kleinen Schweißfleck in der Achselhöhle wegretuschiert hatte. Dies widerspricht selbstverständlich den Arbeitsgrundsätzen und journalistischen Standards bei BR-ONLINE. Wir bitten unsere Nutzer, dieses Missgeschick zu entschuldigen.

Merkel und kein Schweissfleck

Foto: Screenshot br-online.de

Fraglich ist, ob die Retusche noch als “Missgeschick” einzuordnen ist. Michael Konken, DVJ-Bundesvorsitzende strafte die Berichterstattung ab:

Dass ein und dasselbe Foto in zwei verschiedenen Versionen in den deutschen Medien veröffentlicht wurde, schadet der Glaubwürdigkeit der Medien. Hier komme der Eindruck der willfährigen Bildberichterstattung auf.

und verweist auf Ziffer 2 des Deutschen Pressekodex

Zur Veröffentlichung bestimmte Nachrichten und Informationen in Wort und Bild sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.

Ein möglicher Ausweg: einige Medien wie z.B. die taz unterstützen Aktionen wie die »Initiative M« und kennzeichnen manipulierte Fotos durch ein [M]. Es ist schade, dass sich dieser Standard nicht durchgesetzt hat und Leser auch in Zukunft nie sicher sein können, ob sie ihren Augen trauen sollten.

Ein Kommentar
Janine christoph 18.02.2008

Ich finde das kann man mit dem fleck lasen, weil jeder mal schwitzt.

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