Fotojournalismus: Farbsättigung = Bildmanipulation?
Der Fall eines amerikanischen Kollegen: Patrick Schneider spielt an den Farben eines Bildes um aus einem grau-trübem Himmel einen schönen Sonnenuntergang zu machen. „Habe ich nur gemacht, weil ich das Bild unterbelichtet hatte“, verteidigt sich dieser.
„Auf dem Foto war der Himmel grau-braun“, sagt sein Chef und schmeißt ihn raus.
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das ist ja hart…also mal ehrlich, wer hat noch nie den himmel ein wenig blauer gemacht.
gruß
Auf den ersten Blick scheint das rüde. Aber Schneider war ja bereits für ähnliche Versuche angezählt (was der Bericht ja erwähnt). Das ist schon ein bisschen was anderes. Der Chef musste davon ausgehen, dass Schneider ähnliches immer wieder tun würde – und vielleicht auch mal deutlicher als mit der Sonne. Nach außen ist diese Härte jedenfalls eine sehr deutliche Demonstration der Prinzipien – hart aber dennoch nachvollziehbar. Möglicherweise hat der Charlotte Observer noch aus anderen Gründen ein Imageproblem mit der Glaubwürdigkeit, und man wollte ein Exempel statuieren. Dumm gelaufen.
Also ich hätte Schneider auch gekickt. Weil er schon mal manipuliert hatte und weil man sich einfach nicht auf ihn verlassen kann. Als Fotored muss man sich auf einen Fotografen verlassen können – nicht jedes Mal nachprüfen.
Allerdings: wie Horst sagt: ich denke jeder hat schon mal an den Farben geschraubt. Sei es, weil man keinen korrekten Weissabgleich gemacht hat, sei es weil das Objektiv eine Vergütung / Beschichtung hat die komische Farbstiche liefert (8mt: du hast doch aus das sigma 12-24? die Vergütung liefert teilweise wirklich schräge Farben)
Für mich eine spannende Frage: wie sieht es eigentlich aus, wenn ich VOR der Aufnahme in der Kamera beispielsweise die Sättigung hochregele? Ist das dann auch Manipulation? Eigentlich nicht – als analoger Fotograf hatte ich ja auch die Wahl einen bestimmten Film auszusuchen und da habe ich mich ja auch für einen extrem sättigenden entscheiden können.