Bildagentur 2.0
Obwohl die Zeiten nicht gerade rosig sind für die Gründung einer Bildagentur gibt es immer noch mutige Jungunternehmer. Ich schaue mir alle neu gegründeten Agenturen an und bin oft tief enttäuscht – lieblose CMS von der Stange, trockene PR-Texte, komplizierte Erklärung zu Lizenzmodellen, keine Interaktivität, kein Web 2.0, kein Mehrwert.
Mitte August flattert bei mir eine Pressemitteilung zur Gründung der Bildagentur Sodapix rein. Ich stolpere über die Termini „Web 2.0“ und „Ajax“. Klar, das sind Begriffe die mittlerweile in der Web-, Fotosites-, AAL- und Communityszene abgelutscht sind, aber in der Welt der Bildagenturen (ich spreche hier nur von den „klassischen“ Bildagenturen, nicht von Fotocommunities) sind sie nicht häufig zu finden.
Zeitgleich verewigt sich eine Mitarbeiterin von Sodapix hier im Blog. Mein Interesse ist geweckt, ich surfe auf die Seite und finde:
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- neben der Standard-PR Aussagen wie „Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass wir, unsere Fotografen und unsere Kunden reich, arrogant und dick werden.“
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- ein simples und trotzdem ausgetüfteltes CMS
- ein leicht nachvollziehbares Preissystem / Lizenzsystem
- korrekte AGB für Kunden als auch Fotografen, mit ein paar Goodies oben drauf (Geld-Zurück-Versprechen)
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- eine erfrischende Bildersprache (ihr wisst schon, so Bilder bei denen es einem im Bauch ein wenig kribbelt)
Was mir wichtig erscheint: An allen Ecken und Enden der Bildbranche wird gemeckert: zu wenig Einnahmen, Kunden wollen nicht kaufen, Kunden wollen nur noch billiges, Pleiten am laufenden Band, …insgesamt Bildagenturuntergangsstimmung.
Ja, wir leben leider in einer Geiz-ist-Geil-Welt und ich spüre das auch jeden Tag wieder. Ich finde 1-Euro-Bilder auch nicht gut. Aber gerade aus diesen Gründen müsste eine neu gegründete Agentur doch versuchen sich abzuheben, versuchen ihr Produkt anders zu gestalten, versuchen auf der Web 2.0-Welle zu surfen.

Auf Bildagenturen übertragen könnte Web 2.0 folgendes bedeuten bzw. beinhalten:
- Wiki statt starrer Anleitungen für Einkäufer und User
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- SEO statt nicht indizierbarer URLs
- Blog für Neuigkeiten statt Newssystem / Newsletter
- RSS für neue Bilder statt Newssystem / Newsletter
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- Ajax-Suche mit Funktionen (Zoom, Crop für die Beurteilung von Bildqualität, Visual Search, Ähnlichkeitssuche) statt reiner Boolean Keywortsuche
- - Einbindung von Bildkäufern und Usern durch z.B. Kommentarfunktion
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- Mehrwert X (Bilderrätsel statt stupider Gewinnspiele
- Betreiber / Team sind greifbar (Profile mit Fotos und Infos zu Personen) statt einer anonymen Kontaktseite
Sodapix hat dies versucht und zu mindest auch teilweise umgesetzt. Sie sind damit aus meiner Sicht weiter gegangen als die meisten Start-Ups. In einigen Bereichen hätte man Web 2.0 im Sinne von Userintegration, Community und Dialog sicher noch weiterführen können; so ist zum Beispiel aus dem geplanten Blog ein normales Newssystem geworden. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden.
Und da ich wie gesagt Sodapix interessant finde, gibt’s hier ein Interview mit Robin Simon, dem Geschäftsführer von Sodapix.

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