Bild Leserreporter

Wenn mich nicht alles täuscht, läuft die Aktion der Bild-Zeitung etwas mehr als zwei Monaten. Die Behauptung „Leser-Reporter von BILD Deutschland ist schwarz-rot-klick! Kaum ein BILD-Leser geht noch ohne Kamera aus dem Haus!“ ist natürlich quatsch, allerdings wurden laut Bild bereits 90 000 Euro für 266 abgedruckte Fotos der so genannten „Leserreporter“ ausgezahlt. Ein paar Gedanken:

Fotos ohne Nachrichtenwert

Die große Mehrheit der Fotos hat keinen Nachrichtenwert, sondern ist Klamauk oder Fotos von (B-) Promis. „Manchmal werden [die Leserreporter] auch Zeitzeugen. Halten das vertraute Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident George Bush fest. Oder dokumentieren den Brand der Luther-Kirche in Hannover.“, schreibt die Bild. Wirklich außergewöhnliches Material fehlt allerdings. Die „fundamentale Erweiterung journalistischer Arbeit“ die Bild-Chef Kai Diekmann prognostiziert hat, ist also bis jetzt nicht eingetreten.

Bild Leserreporter
Screenshot Bild-Zeitung

Honorar

1.) Die Bild-Zeitung wirbt damit, dass ein abgedrucktes Foto 500 Euro bringt. Dies gilt allerdings nur für den Abdruck in der Bundesausgabe. Im Regionalteil abgedruckte Fotos bringen noch 100 Euro Euro, Fotos im Internet gar nichts. Okay, 500 für ein Foto im Bund ist nicht schlecht. 100 Euro für den Regionalteil auch nicht, wenn man bedenkt dass das Standardsatz bei knapp 60 Euro liegt. Das im Internet ausgestellte Fotos nicht honoriert werden, ist hingegen arm.
2.) 90.000 ausgezahlte Euro / 266 Foto macht im Schnitt 340 Euro.
3.) Wenn ich mich recht entsinne, fehlte anfangs der Hinweis, das das Honorar gestaffelt ist, bzw. war nur für Insider verständlich. Dies wurde korrigiert.

Ausbau des Angebotes

Die Bild hat die Aktion sukzessive ausgebaut und den Service ausgeweitet. Was anfangs ein wenig dilettantisch gestartet ist, hat inzwischen seinen festen Platz in Print und Online. Letzte Neuerungen: Upload über Formular statt über Email und einschicken von Videos. Man kann also davon ausgehen, dass uns Bild noch weiterhin mit Leserfotos beglückt.

3 Kommentare
Horst 15.12.2006

ich habe beinahe täglich mit diesen chaoten zu tun, polizei und feuerwehr sind scheinbar machtlos gegen diese geier, eingaben bei der gewerkschaft oder der polizei verlaufen im sande.
hier wurde etwas losgetreten das nicht mehr zu stoppen ist ,leider zum nachteil der pressefotografen die von ihrer arbeit leben müssen.

ps…warum denkt eigentlich jeder der ne kamera hat er ist fotograf ??
ich kann doch auch nicht in den baumarkt gehen, mir ne säge kaufen und sagen…so jetzt mache ich ne schreinerei auf..oder !!

rokam-digital.de 14.01.2007
Daniel 08.03.2007

Moin,

da ich selber als freier Pressefotograf für Zeitungen und Agenturen arbeite, durfte ich das Leid mit diesen Leserreportern schon selbst erfahren. So ist es nicht zum ersten mal passiert das ein Termin den ich als Pressefotograf gemacht habe dann mit unscharfen und schlechten Leserreporter Fotos abgedruckt wurde und mein Honorar blieb auf der Strecke. Und wenn man sieht wie gierig diese Jungs zwischen den Rettungskräften hin und her laufen bekommt man ein wenig Wut und nicht weniger Lust mal so einem Handyfotografen sein Arbeitswerkzeug in den nächsten See zu werfen

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