Bild Leser-Reporter

Die Zeit rennt, die Zeit rennt – jetzt ist es schon wieder ein Jahr her, dass die Bild-Zeitung mit Leser-Reportern begann. Und den Geburtstag feiert man bei Springer:

Vor genau einem Jahr, am 12. Juli 2006, erschien das erste Leserreporter-Foto in BILD. Seitdem veröffentlicht Europas größte Tageszeitung täglich Fotos, die Leser unter der MMS-Nummer 1414 oder per E-Mail 1414@bild.de an die Redaktion schicken.

Bundesweit und regional hat BILD bisher 3894 Leserreporter-Fotos gedruckt. Im Jahres-Durchschnitt erreichten die Redaktion täglich 400, an Spitzentagen bis zu 2500 Bilder. Darunter Skurriles und Unterhaltsames, wie die „Kuh auf der Autobahn“, aber auch Bilder mit hohem Nachrichtenwert. So stammte das erste Foto des Transrapid-Unglücks im Emsland, das später zahlreiche andere Zeitungen verwendeten, von einem BILD-Leserreporter.

Eine speziell für die Leserreporter aufgebaute Redaktion recherchiert die Herkunft und die Inhalte der 1414-Fotos. Für bundesweit veröffentlichte Bilder zahlt BILD bis zu 500 Euro und bis zu 100 Euro für Veröffentlichungen in den Regionalausgaben.
BILD-Chefredakteur Kai Diekmann: „Die BILD-Leserreporter sind eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Als Quellen, Informanten und Zeitzeugen sind sie unverzichtbarer Bestandteil unserer redaktionellen Arbeit. Sie bereichern uns und sie bereichern die Zeitung – ohne den professionellen Journalisten und Fotografen die Arbeit wegzunehmen.“

Machen wir mal eine extrem positive Rechnung auf:

Ein Fotojournalist macht jeden Tag gleich drei so dermaßen gute Fotos, dass diese abgedruckt werden. Dieser Fotograf ist weiterhin ein Workaholic – er nimmt nur superwenig Urlaub, ist nie krank und selbst an Weihnachten ist er im Büro – insgesamt 333 Tage im Jahr. *überschlag, überschlag* : ich komme auf 1000 Fotos pro Jahr.

Unter der Prämisse, dass dieses Jahr in etwa so viele Fotos in der Bild-Zeitung abgedruckt wurden wie letztes Jahr, haben rein rechnerisch insgesamt vier Fotografen durch Bürgerjournalisten ihren Job verloren.

Es ist eine Sache zu behaupten, dass Leser-Reporter für den Journalismus insgesamt förderlich sind, aber – sorry Kai – dass angeblich so gar kein Fotograf darunter leidet, musst du mir dann noch mal vorrechnen.

2 Kommentare
Karsten Socher 15.07.2007

Warum das alles so negativ sehen. Endlich bezahlt eine deutsche Zeitungen den Fotografen das Honorar, was sie wirklich verdient haben. Der Fotograf muss die Bilder nur als Leserreporter abgeben. Also, was ist die Konsequenz aus diesem Thema? Jeder Fotograf muss sich ein Handy mit Foto- und Videofunktion kaufen. Das Foto geht als Leserfoto zu Bild und bringt zwischen 100 und 500 Euro, das Video geht zu RTL-Aktuell und bringt auch noch mal ein Sümmchen um die 50 Euro. Dann greift man erst zu seiner Profi-SLR oder Profi-Videokamera, die jeder Fotograf bestimmt eines Tages auch dabei haben muss, macht seine Aufnahmen, und schickt diese dann vom Laptop aus dirket vom Ort des Gesehens in die Redaktionen und Agenturen. Sagen wir auch noch mal 50 Euro. Würde nach deiner Rechung einen Jahresertrag von mehr als 200.000 Euro erbringen. Das wäre doch schön, oder? Zumindestens ein schöner Traum …..

Tim (FOTONEWS-Blog) 15.07.2007

Mal schnell einen Businessplan aus dem Ärmel geschüttelt – ja, ich werde mich daran probieren ;-)

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