China
Die chinesische Kulturpolitik und Bildung befindet sich seit einigen Jahren in einem tief greifendem Wandel, welcher maßgeblich durch die wirtschaftlichen und gesellschafspolitischen Reformen beeinflusst wird. Einerseits zieht sich der chinesische Staat aus Teilbereichen zurück, lockert seine Eingriffe, andererseits wird an bestimmten Maximen festgehalten. China ist immer offiziell immer noch ein atheistischer Staat – die Herrschaft des kommunistischen Regimes hat dazu geführt, dass sich heute noch die Mehrzahl von Chinesen zu keiner bestimmten Religion bekennen. Offizielle Statistiken über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion sind daher nicht aussagekräftig, nicht zuletzt deshalb, weil es in China nicht unüblich ist, sich gleichzeitig zu mehreren Religionen zu bekenn. Von der Regierung werden der Islam, das Christentum, der Buddhismus und der Daoismus anerkannt. Die Ausübung des Glaubens ist nach wie vor an strikte Gesetze geknüpft, auch wenn in der Praxis mit Religion inzwischen wesentlich liberaler umgegangen wird als noch vor 20 Jahren. In der VR China wurden viele buddhistische Kloster geschlossen oder zerstört, Gläubige wie Priester an ihrer Religionsausübung gehindert, die Religion in den Untergrund gedrängt. Heute haben Kloster, Tempel und Religion wieder erhöhten Zulauf, zerstörte Tempelanlagen werden wiederaufgebaut und renoviert. Der sukzessive Übergang zu einem marktwirtschaftlichen System hat enorme Wachstumskräfte in der Volksrepublik China freigesetzt. Seit ca. 20 Jahren sind die jährlichen Wirtschaftszahlen beeindruckend – China wird nicht nur von Asien sondern auch vom Westen für seine wirtschaftlichen Erfolge beneidet. Mittlerweile ist China die viertgrößte Volkswirtschaft und weist ein durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen von 1500 Euro auf. Nichtsdestotrotz bleibt China das größte Entwicklungsland der Welt, durch die positive wirtschaftliche Entwicklung nimmt es jedoch einen Sonderstatus unter den Entwicklungsländern ein.