In den 1970er Jahren war die Pressefreiheit in den Ostblockländern stark eingeschränkt, Zeitungen und Magazine waren zudem Mangelware. Die zentrale Produktion von Gütern führte zu Versorgungsengpässen. Eine Kamera war daher Luxus, vergleichbar mit einem Auto.

Umso größer die Freude, als das Magazin ABC mladých techniků a přírodovědců (Das ABC für junge Technikinteressierte und Naturwissenschaftler) eine Anleitung abdruckte, mit der man aus einfachsten Mitteln wie Pappe und einer Büroklammer eine Kamera basteln konnte.

Dirkon, so der Name der Papp-Kamera, war kein Hightech, aber eine funktionsfähige Lochkamera. David Balihar hat die Originalpläne der Kamera aufgetrieben, sie mit nützlichen Basteltipps ergänzt und einige mit ihr aufgenommene Fotos ins Netz gestellt. Rührig. Und vielleicht die Rettung eures verregneten Wochenendes. (Für mich ist das nichts – der Bau erfordert viel Fingerspitzengefühl und ich bin einfach ein zu hektischer Mensch). Wer sich aber selbst mit einfachen Mitteln eine Kamera aus Papier/Pappe selber basteln will und ein wenig Zeit hat, für den könnte diese Seite das Richtige sein ;-)

dirkon_02.jpg
Die Dirkon (dírka = Loch, kon = die zweite Silbe eines bekannten Kameraherstellers) Foto: David Balihar

Der pfiffige Fotodienstleister Linatree, hat die Baupläne übrigens vor ein paar Jahren aufgegriffen und ein poppiges Remake der Kamera ins Netz gestellt. Retro ist aber eh viel cooler, deswegen hier der Link zu Davids Homepage.