Bücher-Perlen: Von und über die Fotografie

Ein Standard-Geschenk zu Geburtstag und Weihnachten? Bücher rund um die Fotografie. Und vor allem Bildbände. Oppulente Werke. Und dann gibt es Bücher zur und über Photographie, die man nur in Händen halten wird, wenn man sie sich selbst schenkt. Denn selten verrät sich den fotografisch unbedarften Betrachtern, welche bildlichen Schätze zwischen den Buchdeckeln verborgen sind.

Diese Art von Bücher habe ich einige entdeckten können, möchte diese aus der Menge gedruckten Papiers heraus heben. Meine erste Empfehlung ist ein Buch mit Erinnerungen von Lorie Karnath und den eindrucksvollen Bildern von Sam Shaw, dessen Fotos das Buch füllen: „Sam Shaw – A Personal Point of View“.

Sam Shaw war jener Fotograf dem die Welt das Bild einer Blondine im wehenden weißen Kleid über dem Luftschacht einer U-Bahn verdankt. Obwohl Sam Shaw in jenen Tagen als Filmproduzent tätig war, „Das verflixte siebente Jahr“ ist seine Produktion, war und blieb die Photographie seine große Liebe. So porträtierte er fast alle Stars der Studios von Hollywood.

Wie Sam Shaw diese ins Bild setzt, das ist große, unaufdringliche Kunst. So mancher Betracher wird diesen Band aus dem Verlag Hatje Cantz übersehen oder achtlos beiseite legen. Das haben diese Fotos von Sam Shaw keineswegs verdient. Diese durchgestalteten, wie zufällige Schnappschüsse wirkenden Aufnahmen in schwarzweißen Bildern finde ich atemberaubend ausdrucksstark.

„Sam Shaw – A Personal Point of View“ von Lorie Karnath präsentiert einen der fast schon wieder vergessenen unter den großen Photographen.

„Sam Shaw – A Personal Point of View“ von Lorie Karnath, Verlag Hatje Cantz,
240 Seiten, 199 Abb. in Duplex, 27,40 x 31,20 cm gebunden, ISBN 978-3-7757-2694-8, derzeitiger Preis Euro 49,80 (D)

Der Verlag Knesebeck bietet einen Bildband den, wegen der Gestaltung des Covers, kaum ein Hobbyist zur Hand nehmen wird. Wenn mich etwas beeindrucken kann dann ist es Menschlichkeit, ein Wort aus dem Titel dieser Bildbandes. Deshalb sah ich genauer hin und las dann einen der ganz großen Namen in der Photographie, der die Bilder im Buch zusammen gestellt hat: Elliott Erwitt. Dies ist immerhin eine Empfehlung erster Güte. Sie ließ mich in meiner Suche nach einem Bildband verblüfft innehalten. „Augenblicke der Menschlichkeit – Freundschaft, Familie, Liebe und Leben“. Was für ein irrwitzig gestalteter Einband – Hauptsache anders. Der Bildband präsentiert die Erwittsche Auswahl aus Fotos eines internationalen Fotowettbewerbs, bietet uns Blicke in die kleine-große Welt des Alltags und seine menschlichen Momente. Es sind jene Bilder die jeder gerne fotografieren möchte, aber wegen der scheinbaren Banalität sich dann doch selten getraut so etwas Bild zu setzen. Elliott Erwitt hat in seiner Auswahl anrührende Augenblicke voller Emotionen vereint. – Nichts für emotionsarme Betrachter. Aber für all jene die Inspiration erfahren möchten für die scheinbar ach so „alltägliche“ Photographie, diese schwierigen Motive mit Kindern, Familie und Freunden.

„Augenblicke der Menschlichkeit – Freundschaft, Familie, Liebe und Leben“, Verlag Knesebeck, 32,4 x 26,9 cm, Gebunden mit SU, 208 Seiten, mit 72 schwarzweißen und 75 farbigen Abbildungen ISBN 978-3-86873-128-6, derzeitiger Preis Euro 39,95 (D)

Eine Neuauflage hält der Verlag Schirmer/Mosel bereit. Ein einem Band werden in Duoton-Reproduktionen jene Bilder von August Sander wiederaufgelegt, die in berühmt machten: „Menschen des 20. Jahrhunderts“. Eingeleitet wird mit einem Essay von Susanne Lange und Gabriele Conrath-Scholl. Die Porträts von August Sander waren für die Photographie stilbildend mit ihrem Realismus und ihrer Gestaltung. Kein Bild ist zufällig so ausdrucksstark, in aller photographischen Augenblicken der Bildert von August Sander schwebt das Dauerhafte, das Bleibende.Deshalb ist es dieses Bildband mehr als eine Dokumentation aus der Geschichte der Photographie, noch heute bieten diese Bilder lebhafter Anschauungsunterricht in der phtographischen Gestaltung, sind so modern wie vor 80/90 Jahren.

August Sander „Menschen des 20. Jahrhunderts“, Ein Kulturwerk in Lichtbildern eingeteilt in sieben Gruppen, Hrsg. v. Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Verlag Schirme/Mosel, ISBN 978-3-8296-0500-7, 808 Seiten, 619 Duotone-Tafeln. Format: 23 x 29 cm, gebunden, im Schuber, Deutsche Ausgabe, derzeitiger Preis Euro 98,- (D)

Ein Bucher über Fotos und ihre Wirkung, aber ohne Titelbild, dafür mit seitenverkehrtem Text? Was wie die Anmutung für ein Bucher über Typographie daher kommt ist tatsächlich ein neuer Titel aus dem dpunkt-Verlagvon Georg Barr. Dpunkt ist vielen seit Jahren für seine hochwertigen Bücher zur Photographie bekannt.

„Wie Bilder wirken – 52 große Fotografien und was sie einzigartig macht“ von Georg Barr.
Der Autor baut sein Werk sehr übersichtblich, didaktisch aus. 52 Fotos werden vorgestellt, von ihm analysiert auf ihre Bildwirkung und dietechnische Umsetzung. Jeder Analyse des Autors, der selbst Photograph ist, folgt eine kurzer Text des oder der Fotoschaffenden in dem man Näheres über die Umstände und die Ausführung zum ausgewählten Foto erfährt. Dem folgt eine Biographie.

„Wie Bilder wirken“ von Geord Barr meint genau das was präsentiert wird. Der subjektive Blick eines Photographen auf von ihm ausgewählte Fotos, die er auch mal im Internet entdeckte. Georg Barr berichtet in einer leicht verständlichen Sprache welche Wirkung ein Bild auf ihn hat, was ihm auffällt, wie er sich die Aufmerksamkeit für diese Bilder erklärt. Wenn man einen Einblick gewinnen möchte wie über Bilder gesprochen werden kann, dann ist „Wie Bilder wirken“ die richtige Wahl – die Fotos sind allemal sehenswert.

„Wie Bilder wirken“ von Geord Barr, dpunkt Verlag, 228 Seiten, Festeinband, ISBN: 978-3-89864-745-8, derzeitiger Preis Euro 39,90 (D)

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