Soundslides: Was Fotojournalisten vom TV lernen können

Regina McCombs beschreibt auf Poyntner, was ein Fotojournalist vom Fernseh-Produzenten lernen kann. Konkret hat sie einige ihrer Soundslides einigen Producern vorgespielt und um Hilfestellung gebeten.

Auf drei Tipps geht sie genauer ein: Tempo, Einblendeffekte und Audioqualität.

Im Schnelldurchgang:

Tempo:
Schneller. Bloß kein Foto lange stehen lassen, weil man es so gerne mag.

Einblendeffekte: harte Cuts statt weichen Fades, bloß keine Spielereien.

Audioqualität: Öffne die Ohren, Fotograf! Und zwar schon beim fotografieren und nicht erst beim Zusammenbau der Soundslides.

Wenn ich mir meine Soundslides so ansehe, dann stelle ich fest, dass genau dies meine wesentlichen Fehler sind:

Ich lasse Fotos länger stehen wenn ich sie gut finde und langweile (wahrscheinlich) den Zuschauer.

Ich nutze nur weiche Einblendeffekte mit 1,5 Sekunden.

Audio ist ohnehin mein persönliches Problemkind (so viel wie ich ab-ähe mache ich langsam unserem Landesvater Stoiber Konkurrenz).

Der vierte – nicht in dem Artikel erwähnt, aber in meinen Augen der wichtigste Punkt– ist die schiere Länge meiner Soundslides. Drei Minuten sollten das Maximum sein, besser wären eine bis zwei Minuten.

Anmerkungen, anyone?

5 Kommentare
Fabian Mohr 03.07.2007

Zu 1) Ich glaube wichtiger als Tempo an sich ist die rigorose Auswahl der Bilder. Je schneller das Tempo, desto weniger fallen natürlich mittelmäßige Bilder auf. Am meisten bewegt und beeindruckt haben mich aber genau nicht die Slideshows, die im Affentempo durchgehen – sondern die mit durchweg 1a Bildern, die dann gerne auch mal etwas länger bei einem Motiv stehenbleiben dürfen, wenn es trägt. Wichtig ist auch die Gesamtlänge, wie du richtig sagst… Es muss nicht immer 1:40 sein, aber sicher auch nicht 7:40..

Zu 2) Keine Spielereien, ja, unterschrieben (wobei man die eher in Video-Software findet, heiligs Blechle). Harte Schnitte? Geschmackssache, ich finde sie bei Fotos zu hart. Eine dezente Blende, 1 – 3 Sekunden lang ist m.E. schon OK, das fällt für mich nicht unter Spielerei.

Zu 3) Jo. Eine Reihe von Soundslides wäre besser als Fotogalerie produziert worden, ohne Sound. Ton wird unterschätzt, die Leute sind vom lebenslangen Radiohören einen gewissen Standard gewohnt, wenn man den akustisch nicht erreicht, gibts Punktabzüge..

Andreas 03.07.2007

Eine relativ simple Methode, die “ab-ähe” los zu werden und die Länge des Clips zu planen, ist es, den Text vorher aufzuschreiben und mit der Stoppuhr zu überprüfen. Radio-Nachrichten werden auch so gemacht.

Tim (FOTONEWS-Blog) 03.07.2007

Fabian:

Tempo: Ja, eine knallharte Auswahl der Fotos ist sicherlich noch wichtiger. Affentempo ist sicherlich falsch, genauso Kaugummilänge. Man darf sicherlich nicht in keine der beiden Richtungen übertreiben.

Schnitt: Ja, harte Schnitte sind auch nicht so ganz meins, werde es aber mal ausprobieren. Es kommt wahrscheinlich auch sehr auf das gewünschte zu transportierende Gefühl an. Ein Stakkato mit harten Schnitten stelle ich mir unter gewissen Bedingungen auch reizvoll vor (z.B. Serie von Sportfotos, Action usw.)

Andreas:

Ja, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich dann noch weniger natürlich bin also ohnehin schon. Ich habe es das letzte Mal mit Vorsprechen probiert – das hilft schon mal. Vielleicht mache ich mir in Zukunft wenigstens Stickpunkte, damit ich nicht zuuu lange Aussetzer habe ;-)

Andreas 04.07.2007

“Natürlich” ist auch Achselbehaarung. Ein erbaulicher Anblick ist sie dennoch selten.

Benjamin 23.07.2008

Für mein Verständnis sind viele Geschichten aus den USA zu schnell. Ein sehr gutes Foto mit einem passenden O-Ton kann gut und gerne einmal 6 – 8 Sekunden stehen und sich mit einem weichen Schnitt ins Schwarze verabschieden. Es müssen nicht immer 3 Sekunden sein.

Ich glaube es besteht außerdem genauso die Gefahr, dass man die Fotos in zu schnellem Tempo zeigt, weil man sie so gut kennt, wie dass man sie zu lange zeigt, “weil man sie so gerne mag”.

Ich finde es auch spannend, wenn man mit Tempo und Schnitt spielt und an den inhaltlichen Kontext anpasst. Das bedeutet allerdings wieder deutlich mehr Zeitaufwand.

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