Fotos: Barcelona Luftaufnahmen
Es gibt für mich nichts nervigeres als fliegen: ich kann mir nur Economy leisten, muss meine Beine falten um sitzen zu können, der Fluggast hinter mir hat generell auch lange Beine, bevorzugt aber seine Beine in den Sitz zu drücken. Das Essen hat selbst bei den Fluggesellschaften der Mittelklasse eher symbolischen Charakter.
Mittagesssen: Früher wurde man noch gefragt: „Käse- oder Salamibrötchen?“. Mittlerweile gibt es nur Käsebrötchen. Auf der Verpackung ein durchgestrichenes Schwein und der Aufdruck: No Pork – Kein Schweinefleisch. Was ja bei einem Käsebrötchen jetzt nicht noch explizit erwähnt werden müsste…

Frühstück: Cranberry-Muffin. Cranberry-Muffins machen mir Angst. Sie schmecken super-künstlich und ich fange jedes Mal an zu grübeln was den eine Cranberry ist. Ich kann nie das Bild einer Cranberry vor mir sehen. Großfrüchtige Moosbeere heißt die Cranberry in Deutsch. Und sie ist als Neophyt in hiesigen Mooren eingebürgert, erläutert Wikipedia. Ich will alles essen, aber bitte keine Frucht, die ein “Neophyt” ist.
Aber man darf sich nicht beschweren. Vor einer Weile bin ich mit Clickair, die Billig-Tochter von Iberia, geflogen. Ein Brötchen Eine Schnitte 8 Euro. Wenn man Hunger hat, dann zahlt man 8 Euro.

Den Rest kennt jeder: Miese Filme. Wenn der Film gut sein sollte, dann versteht man nichts, weil die Audiobuchse kaputt ist. Ist die Audiobuchse nicht kaputt, dann kann man nicht laut stellen.
Aber dann, ganz selten, macht mir fliegen dann doch Spaß, ist aufregend. Drei Flüge sind mir in Erinnerung geblieben.
Frankfurt-Bogota. Wo die Stewardess von Avianca mir nach der zweiten Bestellung einfach direkt eine komplette Flasche Rum und 1,5 Liter Cola auf den Tisch stellte. Das Spannende war aber die Landung. Bogota gilt AFAIK als einer der schwierigsten Flughäfen der Welt, auf einem Hochplateau gelegen, ringsherum Berge. Der Pilot muss einen Sturzflug hinlegen und schwebt nicht wie üblich sanft ein. Und wie groß war meine Überraschung: die Landschaft erinnerte mich mehr an Mitteleuropäisches Gebirge als Regenwald. Nadelbäume statt Palmen. Berge statt Strand. Robuste Büsche statt Coca-Pflanzen. Ich weiß noch wie ich mich in dem Moment gefragt habe, ob ich den hier im richtigen Land gelandet bin. (ja, ja. Ich weiß schon, Vorurteile und so).
Der zweite ist der Anflug auf Shanghai, wo die Flieger wirklich über Wohnhäuser donnern und du den Leuten beim Kochen im Vorgarten zugucken kannst. Schlimm muss das für die Bewohner sein, für den spannenden Fluggast hingegen eine willkommene Aussicht.
Der dritte ist Barcelona. Wenn man ein wenig Glück hat, dann erfolgt der Anflug nämlich von Nordost nach Südwest, parallel zum Stadtstrand. Man hat einen herrlichen Überblick über die Stadt und kann alle wichtigen Bauten und Sehenswürdigkeiten erkennen: Via Olympica, die beiden Hochhäuser am Meer, die Sagrada Familia, den Strand von Barcenoleta, Passeig de Colon mit altem Hafen, Las Ramblas und den neuen Cargohafen.

Blick auf Barcelona: Der Strand zwischen Poble Nou und Barceloneta, dahinter der Torre Agbar.

Barcelona, in der Mitte der Zitadellenpark und Zoo.

Blick über den Cargo-Hafen, dahinter der Stadtstrand.

Dito.

Parkplatz des Cargo-Hafens
Mein Tipp: Flug nach Barcelona nach einem Sitzplatz auf der rechten Seite des Flieges bitten, von Barcelona nach Deutschland logischerweise links.
Die DSLR hatte ich nicht parat, die Fotos mit der Sony Kompaktknipse sind nur in Webgröße brauchbar. Schade und dumm von mir: mit einer DSLR, Filter und RAW hätte man vielleicht sogar verkaufbare Fotos herauskitzeln können.
Ach übrigens: kalt ist es hier. Kalt. Und jetzt schmeisse ich mal den Feedreader an – zwei Wochen Lektüre aufholen…

Jetzt muss ich doch mal den Biologen raushängen lassen, Neophyten sind nicht so schlimm wie du meinst. Einfach nur Pflanzen die, aus Amerika, in anderen Teilen der Welt verbreitet wurden.
Populäre Beispiele die dir auch schmecken dürften: Mais, Kartoffeln und Tomaten ;)
;-)
Jap, aber dies sind ja schon laaange eingebürgert!
Und wie lange ist die Moosbeere hier schon eingebürgert? ;)
Noch nicht lange genug, als das man sie hier wirklich in größerem, kommerziellen Maßstab anbauen und ernten kann?? Wird doch alles aus Amiland und Kanda importiert! (?)
Ich glaub die Moorbeere ist hier einfach zu unbeliebt um sie im großen Massstab anzubauen ;)
Hm, wie sind denn so deine Erfahrungen mit dem Druckausgleich? Scheinst ja recht oft zu fliegen. Öfters heftigen Druck auf den Ohren oder so?
Ein Spritzer Olynth und gut ist.
Und bist du schon süchtig? ;)
Ooolyyyynth. *notier*
Werde ich mir merken. Ich habe es bis jetzt erfolgreich vermieden zu fliegen, weil ich selbst bei bergigen Autobahnfahrten schon Probleme mit dem Druckausgleich habe. Ziemlich scheiße das.
@bastian: nee, zum Glück nicht ;-)
@protten: das und kaugummi und alles ist gut. Die Nase ist danach ein wenig trocken, aber es hilft…
Also Kaugummi hilft bei mir schon auf der Autobahn nicht – da muss ich schon Kieferverenkungen machen. Naja, ich werde wohl wenns soweit ist vorher mal einen HNO aufsuchen müssen.
Olynth war das was mein HNO mir damals geraten hat. Hat irgendwas mit der Verbindung zwischen Nase und Ohr zu tun..
Sind die Flugzeugfenster der Lufthansa so anders, so sauber? ;-) Habe selber versucht ein paar nette Barcelona Fotos im Landeanflug zu machen. Aber alle so milchig geworden, während deine so klar sind.