Fotografen als Web 2.0-Bremser
Freitag lag eine PM von Piqs.de bei mir im Postfach. Ne, keine von wegen „eine Hand wäscht die andere“, ganz neutral.
Ich habe mir die Seite angesehen, fand sie na ja, roch mir ein wenig nach User-melken, habe die Mail gelöscht, und mich gefragt, wer drüber schreiben wird. Die üblichen PR-Schleudern halt, dachte ich mir. Stopp, will jetzt gar nicht über andere herziehen. Der Reihe nach:
Piqs ist eine neue, kostenlose Fotocommunity. Alle Fotos stehen unter einer CC, kommerzielle Nutzung mit eingeschlossen. Das Prinzip ist einfach: hochladen von Foto = Credits, mit diesen Credits kann man dann Fotos anderer Fotografen runterladen und kostenfrei kommerziell nutzen. Einzige Bedingung ist Namensnennung.
Warum das Ganze?
Gerade für unbekanntere Fotografen kann es interessant sein, wenn ihre Bilder möglichst weit verbreitet werden. Eine bestmögliche Verbreitung kann insbesondere im kommerziellen Bereich (Zeitschriften) erfolgen. Insofern haben wir uns dazu entschieden, nur Bilder zu akzeptieren, bei denen der Fotograf einer kommerziellen Nutzung ausdrücklich zustimmt.
Das ist ein Satz, bei dem ich Bauchschmerzen bekomme. Andreas Böcke, Vize von Max, hatte letztes Jahr ähnlich argumentiert und musste einiges an Prügel einstecken.
..einen ähnlichen service wie wir, nämlich das promoten von bislang unbekannten fotografen, übernehmen auch fotoagenturen. bei denen muss der fotograf meist bezahlen. bei uns nicht. wir veröffentlichen eine direkte kontaktadresse.
Ich persönlich halte das Argument für Schwachsinn. Für mich ist es der verlängerte Arm der „Generation Praktika“ : arbeite kostenlos, liefere gute Arbeit ab und du wirst irgendwann davon profitieren. Nicht bei uns, wir werden dir keinen Job geben. Aber deine Arbeit ist eine prima Referenz um sich woanders zu bewerben. Danke und Tschüss.
Ich hätte gedacht, dass es einige Blogger ähnlich sehen. Vielleicht mal ein kritisches Wort schreiben. Oder zumindest mal eine Frage aufwerfen. Aber nichts. Stattdessen übernehmen der PM oder Lobgesang.
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Ich habe heute mit Christian Solmecke, dem Betreiber von piqs.de, telefoniert. Im normalen Leben ist er Rechtsanwalt, Fachgebiet Medien, E-Commerce, Urheberrecht. Scheint ein ganz angenehmer Mensch zu sein, wir haben uns ganz gut verstanden obwohl da zwei sehr gegensätzliche Meinungen aufeinander geprallt sind. Er hat mir erklärt warum er das Projekt aufzieht (ein wenig Altruismus, ein wenig Adsense, Interesse für die Materie). Wir haben dann eine Weile über User Generated Content, Bürgerjournalismus, Honorare usw. philosophiert. Einerseits konnte jeder den anderen ein wenig verstehen, andererseits konnte / wollte keiner dem anderen 100 Prozent Recht geben (muss wohl so sein: Jurist und ein Fotografen-Dickschädel der die Tarifflagge hoch hält ;-)
(Christian: falls ich was falsch verstanden / wiedergegeben habe, dann schreibe das bitte in die Kommentare. Und wie gesagt: das Angebot wegen Artikel steht.)
Ende vom Lied? Wir haben uns gegenseitig viel Erfolg gewünscht. Würde ihm den gönnen, ich habe nichts gegen Leute die ihre Fotos herschenken – das ist ihre Sache. Ich habe auch nichts dagegen, wenn jemand ein Projekt aus dem Boden stampft und kostenlose Fotos mittels Werbung monetarisieren will. Der Mann hat da Arbeit reingesteckt und wenn der Markt das belohnt, dann okay.
Aber dass kein Blog auch nur den Hauch einer Kritik anklingen lässt, das wundert mich dann doch. Haben wir uns schon so sehr an UGC gewöhnt, dass jedes weitere Start-Up / Monetarisierungs-Projekt die Normalität ist? Ist es vielleicht sogar inzwischen so, dass wir Fotografen die wir noch Geld für Fotos wollen in der Wahrnehmung des normalen Users die wirklichen Ausbeuter sind?
Web 2.0: Fotografen, die Lohn wollen sind die Bad Guys, die altruistischen User sind die Good Guys? Fotografen als Spaßbremsen des Web 2.0? Sind wir die Gilde, die verzweifelt versucht an ihrem Monopol festzuhalten, obwohl die Ständegesellschaft längst durch eine friedliche Bottom-Up-Revolution abgeschafft wurde? Die Picta unsere Zunftstube auf der wir uns gegenseitig Korn einschenken und über bessere, lange vergangene Zeiten reden (der Schnee war weißer, die Gummistiefel noch aus Holz)?

mann tim…du triffst aber immer meinen wunden punkt, ich kann diese ganzen argumente dieser ” neuen ” agenturen nicht mehr hören.
eins kann ich dir aber sagen….wenn ich meine steuererklärung in den händen halte kommen mir die tränen, es wird einfach von jahr zu jahr weniger, daran gibt es nix zu deuteln.
verantwortlich mache ich dafür diese hausfrauen und lehrer fotofuzzis, die ihre bildchen verschenken, frag mal den herren anwalt ob er mich beim nächsten urheberrechtsstreit für umme vertritt….dann bekommt er auch zwei….nein drei bilder von mir, nur so wird ein schuh draus.
du hast mir jetzt wieder den abend verdorben :)
ps…seit einiger zeit belabert mich genau so ein typ, ich solle doch meine fotos bei ihnm in die agentur hochladen….die fotos sind doch sooooo schön.
ich glaub ich such mir auf die alten tage einen neuen job….ich werd anwalt.
das schöne daran ist nur, das diese bildchen agenturen genau so schnell wieder verschwinden wie se aufgetaucht sind.
nix für ungut herr anwalt!
Meinst Du den aus der Diskussion auf Basic Thinking? Der, der seinen Namen / das Bild nicht nennen wollte? Ach bitte, bitte, tue mir doch den Gefallen und lade ihn mal auf meinen Blog ein. Ich hätte so Lust auf einen Artikel mit zwei Autoren: einer dafür einer dagegen, so ein richtig schönes Ping-Pong.
Was sagst du eigentlich hierzu? Kommt dir der Name bekannt vor oder liege ich jetzt voll daneben?
[Link gelöscht]
normalerweise müssten WIR uns zusammenschliessen…..WIR haben die fotos, WIR haben die erfahrung, WIR haben die beziehungen.
warum machen die geschäfte immer andere…sind wir zu doof dazu.
oder stimmt es wirklich…das bei drei fotografen, zwei zuviel sind.
gute nacht, ich geh jetzt in die kiste
Ich habe kein Problem mit solchen Seiten – jeder ist frei zu entscheiden, ob er hochlädt. Gleicher Fall mit Max. Ich würde es nicht tun. Aber solange solche Seiten transparent machen, zu welchen Konditionen (und seien sie noch so schlecht) die Bilder publiziert und weiterverwendet werden, ist es m.E. nicht zu beanstanden. Ich kann im übrigen nicht ganz nachvollziehen, wenn Fotografen nun über solche Modelle jammern – man nennt das Markt. Märkte entwickeln sich. Und Leute, die sich unter Wert verkaufen, gab es schon immer.
Fabian…du hast ja eigentlich recht, deswegen habe ich mich entschlossen zurück zu schlagen……siehe meinem blog
gruß horst
Wir Fotografieren zurück !
Oft denke ich: ja.
Fabian: Ja, das erinnert ist die amerikanische Denkweise – der Markt wird es schon regeln. Und, gibt es für dich eine Grenze? Wo ziehst du sie?
Hallo Tim,
Du hast unser Telefonat absolut treffend wiedergegeben. Dein Beitrag gefällt mir ausgesprochen gut, auch wenn wir hier nicht einer Meinung sind. Bei Deiner wortgewandten Schreibe solltest Du mal überlegen, das Lager zu wechseln. Hmm, besser nicht – die schreibende Zunft verdient ja meist noch weniger.
Dein Artikel setzt sich endlich einmal sachlich und auch ein wenig humorvoll mit der Thematik auseinander. Insofern möchte ich die Diskussion hier gar nicht unnötig anheizen sondern wünsche mir noch viele weitere Kommentare.
piqs.de ist aus meinem juristischen Kontext heraus entstanden. Immer wieder habe ich Fotografen vertreten, deren Bilder geklaut worden sind. Zu dieser Zeit habe ich mich auch näher mit der Creative Commons Lizenz auseinandergesetzt. Der Entwickler dieser Lizenz – der Standford Jura-Professor Lawrence Lessig – gilt als einer der Vordenker des Internet.
Er hat 2004 zu dieser Thematik der deutschen Zeitschrift Brand Eins einmal ein Interview gegeben, welches auch heute noch ausgesprochen lesenswert ist. Vielleicht können die Gedanken, die Lawrence Lessig bei der entwicklung der CC hatte, auch diese Diskussion weiter inspirieren: http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1386
Liebe Grüße
Christian
Was ich kurios finde: Wenn kommerzielle Fotografen die bösen Mechanismen des Marktes beklagen, von dem sie so lange profitiert haben. Solange der Markt höhere Honorare garantierte, weil es eine künstliche Verknappung von mittelmäßigen Bildern gab (sehr hohe Anschaffungskosten für ernst zu nehmende Ausrüstung, enormer Aufwand, um Fotos über analoge Kanäle zu publizieren, bekannt zu machen und zu vermarkten), wurde das von Fotografen gerne hingenommen. Jetzt – Schreck! – ändert sich die Szenerie grundlegend und einige Fotografen fühlen sich ungerecht behandelt. Aber warum? Weil sie so was wie Artenschutz in Anspruch nehmen? Weil sie sich als Kulturgut sehen? Für was, bitte? Ich sehe das eher nüchtern: Es gibt einen riesigen Markt für durchschnittliche Gebrauchsfotografie. Und es gibt in jüngster Zeit mehr und mehr Leute, die dafür produzieren. Ja nu, nach allen Regeln der Schwerkraft führt das zu sinkenden Honoraren. Das ist hart für Leute, die weniger erlösen. Andererseits: So ist die Welt. So funktioniert der Media Markt, der Aldi und eBay. (Ich verstehe überhaupt nicht, was daran “amerikanisch” sein soll… deutscher geht es nicht.) Bitte, ich finde das nicht toll oder schön – halte es aber für müßig, so zu tun, als sei Fotografie nicht eine Branche wie jede andere auch. Nebenbei: In jeder Branche gibt es Nachfrage nach herausragender Qualität, mit der dann auch ordentliches Geld verdient werden kann.
fabian…es geht hier nicht um gebrauchsfotografie, zumindest nicht bei mir.
ich bin seit jahren …sagen wir fotograf für polizei themen.
ich schlafe kaum, da ich nachts meinetwegen um 3 uhr zu einem unfall muss, oder brand, oder mord, oder sonst was.
so….ich arbeite für einige nachrichtenagenturen, für eine sehr große tageszeitung und einigen kleinen.
ich geh also nachts um drei zu dem brand…renne mir den herzbändel raus, weil ich ja noch flammen brauche, sonst kauft ja keiner die bilder.
ok…ich habe leider nicht mehr genug feuer drauf, aber es war kein kollege da, meine chancen stehen nicht schlecht das ich ein paar euronen mit den fotos verdiene. ich bin also wieder um 5 uhr zuhause und falle in die kiste.
um 9 steh ich auf mache die bilder fertig und sende sie an die redaktionen jetzt heisst es erst mal warten…auf was…auf die ausgabe vom nächsten tag, die herrschaften rufen nämlich in den seltesten fällen noch zurück, so wie früher….he horst, deine fotos sind drinn.
nächsten morgen schlag ich die zeitungen auf…………und, scheisse, wieder mal das rennen gegen einen fotografierenden feuerwehrmann verloren, der hat flammen so hoch wie unser kirchturm. kümmert es den feuerwehrmann das ich eine familie ernähren muss…eher nein.
den feuerwehrmann kannst du auch meinetwegen durch eine fotografierenden notarzt, polizist, bürgerjournalist ( prusssst ), oder was weiss ich was für einen ersetzen.
sag mal ehrlich….meinst du wir haben früher unser geld im schlaf verdient.
hast du schon mal in der badewanne 10 / 36 er filme entwickelt, die getrocknet und eingescannt. dann die besten ausgesucht und per isdn leonardo versendet.
hier weiss doch keiner mehr was das ist.
gruß und gute nacht
ps…ich will mich ja umstellen obwohl ich fast 50 zig bin…es fällt bloß verdammt schwer.
Horst, versteh mich nicht falsch, ich verstehe diesen Frust sehr wohl. Aber was ist denn die Lösung? Anderen zu verbieten, Fotos zu machen? Zeitungen oder Agenturen zu verbieten, sich ihre Zulieferer frei auszusuchen, dabei zum Teil auch Standards und Tarife (im Zweifel nach unten) umzudefinieren? Es führt einfach zu nichts, das wieder und wieder zu beklagen. Es ist so. Ergiebiger ist vielleicht, auszuloten, wo neue Erlösquellen entstehen (Mikro Stock, Video, etc. pp). Nein, ich habe kein Patentrezept, wie man damit reich wird. Ich bin aber überzeugt, dass der Umbruch auch eine riesige Chance ist. Neuland halt. Viel Trial and Error.
habe gestern im fernseh einen film über deutsche “lohnslaven” gesehen, da hat eine mutter ( putzfrau im 4 sterne hotel) 2,50 euro bekommen….nein, nicht auf die stunde, sondern pro zimmer…diese frau musste mehrere jobs machen um mit ihren kindern zu überleben, sie war zu stolz um harz4 zu beantragen.
und genau so komme ich mir im moment auch vor, ich fühle das da ein riesen umbruch stattfindet…ich weiß bloß nicht, sind wir die verlierer oder die gewinner, oder kommen wir nochmal gerade so davon.
vielleicht ist es auch nur mein alter
Ein gutes Gefühl: endlich mal keine Kuscheldiskussion, sondern eine längere Diskussion.
Christian:
Thx for the fish, aber ich glaube, dass nur Du das so siehst ;-)
Danke für den Link zu BrandEins, werde mir das durchlesen.
@Fabian:
Sehe ich nicht so. Es gibt meiner Meinung nach zwei Wendepunkte im Fotojournalismus in den letzten Zehn Jahren. 9/11 und dann halt seit vielleicht ein oder zwei Jahren UGC.
Die Medienbranche hat 9/11 heftig zu spüren bekommen, v.a. durch die sinkenden Anzeigen. Damals wurden viele Fotografen von festen zu freien, die Honorare wurden gekürzt oder gar ganz entlassen. Kurz: damals wurde gesiebt. Wer das überlebt hat, der kann meiner Meinung nach gar nicht so schlecht sein. Oder man kann es anders sehen: das war das Bereinigen des Marktes.
Reden wir jetzt eigentlich von Fotojournalismus oder von Stock Photograhpy?
Fotojournalismus: Gebrauchsfotografie? Oh, bitte nein. Es gibt nichts schlimmeres als kalte Bebilderung aus dem Archiv.
Stock: Hm, ja. Können wir drüber reden.
Das amerikanische System / Kultur ist anders aufgebaut als das / die Deutsche: In den USA stehen Freiheit und Wettbewerb im Vordergrund. Der Beste bzw. das beste Angebot gewinnt, es gibt keine Rücksicht auf den Verlierer, staatliche oder gewerkschaftliche Eingriffe werden als nicht-Verfassungskonform gewertet, da sie die Freiheit einschränken. Ganz stark runtergebrochen ist das IMHO auch der Grund, warum es in den USA auch keinen Wohlfahrtsstaat gibt wie wir ihn kennen.
In Deutschland hat man sich für eine Soziale Marktwirtschaft entschieden, den rheinischen Kapitalismus. Man argumentiert, dass es auf Märkten auch zu Marktversagen kommen kann, welche abgefedert, ausgeglichen werden müssen. Eine Maßnahme hierfür sind Markteingriffe wie Subventionen oder Tarife. Diese werden abgebaut, bzw. durch Bürgerjournalismus / Micros / UGC elegant umgangen.
S.a. mein furchtbares Geblubber auf fotografr in gebrochenem Deutsch
http://www.fotografr.de/?p=233#comment-147
Ja, natürlich können wir aus Sicht eines Verlegers argumentieren. Aber wir können (und du als Journalist insbesondere) kannst auch aus der Sicht eines Journalisten argumentieren. Hier steht die Nachricht im Vordergrund, genauer gesagt eine angemessene Auseinandersetzung und Aufbereitung der Nachricht. Und damit verbinde ich persönlich halt auch die Qualität des Bildes, seine Aktualität usw. Und halt keine Kaltbebilderung aus einem kostenlos oder billig-Archiv.
Und überhaupt: schau dir doch mal die Verarsche bei Springer an: das zweite Mal in Folge Rekordgewinne und die Honorare werden gedrückt, die Konditionen verschlechtert. Und das nicht weil es dem Verlag schlecht geht und man sparen müsste. Fabian, da stimmt doch was nicht. Das ist der amerikanische Raubtierkapitalismus, das amerikanische System. Da ist man weit weg vom deutschen Weg.
Definitiv. Aber ich rede nicht so gerne von Nachtweys oder Magnums, sondern viel lieber von dem ganz normalen Fotojournalisten, dem Handwerker, dem Feld-Wald-Wiesen-Fotograf, dem „Mittelstand“ der Fotobranche – die sind es nämlich, die jeden Tag die Blätter füllen, nicht irgendwelche Experten und Superfotografen. Brötchen kauft man beim Bäcker, nicht im Feinkostladen.
Fabian:
Nö, nicht verbieten. Hey, ich bin definitiv für Bürgerjournalismus, sehe in als große Chance. Und ich habe nichts gegen Konkurrenz. Aber warum den nicht zu gleichen Bedingungen?
Es geht uns doch allen um eines: das beste Bild. Aber gerade eben um dieses geht es meiner Meinung nach zunehmend nicht mehr, sondern es geht nur noch um das billigste Bild.
Es geht um die Art und Weise wie Fotografen gegen Bürger ausgespielt werden. Ganz ehrlich: wenn mir ein Fotoredakteur sagt: „Tim, sorry, das bessere Bild ist vom Bürgerjournalist / der Microagentur / dem Kostenlos-Archiv. Deines ist schlechter, deswegen habe ich mich nicht für deines entschieden.“ – dann okay. Aber diesen Satz habe ich noch nie gehört. Stattdessen Ausflüchte; die Vermutung, dass es man sich aus monetären Gründen für das Bild eines Bürgerjournalisten entschieden hat, liegt nahe.
Video? Und den Kamerateams die zu Videojournalisten gemacht wurden auch noch die Arbeit wegnehmen? Weiß nicht.
Ich glaube ich kann hier auch für Horst sprechen: ums reich werden geht es uns beiden nicht. Wir Fotojournalisten waren nie reich, und das hat sich in der Branche auch glaube ich nie jemand versprochen. Es geht um eine angemessene Bezahlung, mehr nicht.
Was soll ich zu meiner Frau sagen: „Sorry, Schatz. Zahle du mal die Rechnungen. Diesen Monat war leider nur Error.“
Und andererseits: ja, natürlich. Ich persönlich schätze mich nicht als jemand ein, der nichts probiert, sich ausruht.
Habe ich auch gesehen – und man die werden wirklich ausgebeutet bis zum geht nicht mehr.
danke dir für deine stellungsnahme tim…es ist immer das gleiche, solange ich nicht direkt betroffen bin kann ich die sorgen des anderen auch nicht verstehen.
ps…in der ausgabe der tageszeitung, für die ich tätig bin, sind täglich bis zu drei oder mehr leserfotos drin, nicht selten fotos von unfällen bei denen ich auch war.
zwei fotos verlorenens honorar sind für mich 120 euro…es lässt sich leicht hochrechen wieviel das am monatsende sind…und das nicht nur bei mir.
Vorweg: Ich muss mich korrigieren mit dem Begriff “Gebrauchsfotografie”.. mehr als missverständlich, wie ich das verwendet habe. Ich meinte damit das normale, unspektakuläre Tagesgeschäft zB. bei Zeitungen. Es werden Unmengen an Bildern eingesetzt, ein Teil davon kommt nicht aus Agenturen, wird also zugekauft, und um diesen Kuchen balgen sich mehr und mehr Fotografen, ein Teil davon Leserreporter, Feuerwehrleute etc. pp. die das Preisgefüge verändern. Diesen Mechanismus, den Horst ja auch beschreibt, so ich ihn richtig verstehe, meinte ich.
Zu den übrigen Punkten: Ich glaube, es ist soweit klar, dass wir das unterschiedlich sehen.. ich bin nicht naiv, aber im großen und ganzen sehe ich den Wandel, den wir in der Medienlandschaft (und damit in der Fotografie) erleben, sehr positiv. In meinem persönlichen Umfeld arbeiten inzwischen die meisten Leute in Jobs, die es vor 10 jahren noch garnicht gab. Deswegen kann ich nicht erkennen, dass das Abendland aktuell untergeht.
Tim, eine Frage aus Interesse: Warst Du schon mal in Amerika? Deine Zeilen zum Thema “amerikanischer Raubtierkapitalismus” haben mich, naja, überrascht. Man darf über die USA natürlich denken, wie man will (und wer Amerika bereist, wird dort wie anderswo einige nachdenkliche Momente erleben), aber solche Verallgemeinerungen und Stereotype überzeugen mich überhaupt nicht.
Bei dieser Gelegenheit: http://usaerklaert.wordpress.com/
Eins noch kurz.. was ich etwas skurril fand – dass ich “aus der Sicht eines Verlegers” argumentiere, wenn ich auf die simple Tatsache hinweise, dass Fotografie eine Branche und ein Markt wie jeder andere ist. Come on ;-)
// Ich merke bei so Diskussion, dass zumindest ich für meinen Teil bei so einer Diskussion an Grenzen stoße. Weil Dinge, die ich sage vielleicht wesentlich härter oder offensiver rüberkommen als in einer Diskussion von Angesicht zu Angesicht, bei der schon ein Mimik zeigt, dass ich deine Argumentation sehr gut nachvollziehen kann. Ich bin deshalb sehr froh darüber, dass wir uns nächste Woche dann mal kennen lernen. Ich schicke schon mal ein ;-) vorweg.
Jetzt bohrst du an meinem wunden Punkt. Im November – so es denn sein soll – darf ich mich Dipl.-Kulturwirt schimpfen. Dipl-Kulturwirt mit anglo-amerikanischen Kulturraum. Das peinliche: ich war noch nie in Amiland, da ich mich eher auf UK und Commonwealth konzentriert habe. Mein (Halb)-Wissen ist daher eher theoretischer Natur. Ja, als Kuwi arbeitet man mit Stereotypen, allerdings geht es nicht darum zu werten, sondern darum eine Grundlage zu haben um eine Kultur zu begreifen.
Ich mache es mal kurz: ich habe mich in den letzten Semestern intensiver mit Wohlfahrtsstaat und Kapitalismus in den USA auseinandergesetzt. Ich komme zu dem Schluss, dass es so ist wie ich es oben beschrieben habe. Ich finde das nicht per se negativ- es ist für mich schlicht eine andere Form zu denken und zu handeln.
Im Schweinsgallop: Den Punkt den ich machen wollte war schlichtweg: in den USA wird ein staatlicher Eingriff regelmäßig als eine Verletzung der Verfassung gewertet und in den USA ist das Vertrauen in einen funktionsfähigen Markt wesentlich größer als bei uns in D. Eine Veränderung des Marktes wird akzeptiert und antizipiert.
In Deutschland hingegen werden Eingriffe akzeptiert, von bestimmten Bevölkerungsgruppen gefordert. Wir sind an Gewerkschaften gewöhnt, ein DJV der beispielsweise bestimmte Honorare durchsetzen will, eine BVPA die Honorare festsetzt (MFM) sind akzeptiert.
Die amerikanische Mentalität ist in punkto Leistung und Märkte geprägt vom Frontier-Gedanken und von der calvinistischen Lehre. Über die Jahrhunderte und durch eine zu mindestens teilweise Säkularisierung entstand aus dem puritanischen Glauben eine Verhaltensethik oder allgemein anerkannter Verhaltenskodex, moralische Maximen. Max Weber sprach vom „asketischen Protestantismus“ – einem Zusammenhang von protestantischer Ethik und kapitalistischen Geist: Leistungsethos und Streben nach dem göttlichen Auserwählt-Sein ist die Formel für Erfolg.
Bewährt sich der Mensch nicht in der Wildnis (Frontier, früher) / hat er keinen unternehmerischen Erfolg (heute), dann ist er nicht würdig (undeserving, nicht-Auserwählt). Heute wird alles als Frontier begriffen, was eine neue oder zunächst schwierig zu meisternde Situation darstellt. Jemand der versagt, darf die Schuld nur bei sich selbst suchen. Aus diesem Grunde ist die Gesellschaft auch nicht verpflichtet ihm zu helfen, auf keinen Fall muss ihm der Staat helfen.
Im Zentrum des amerikanischen Wertesystems steht weit reichender Individualismus. Dies beinhaltet privates Eigentum, Gleichheit und Chancengleichheit; nicht aber gleiche Resultate für jeden. In der Politik ist daher die individuelle Freiheit und ein kleiner Staat wichtig, individuelle Fähigkeiten und Verantwortung werden betont. Die Bürger lehnen ein staatliches Sozialsystem ab, da staatliche Hilfe die Bedeutung von fehlender persönlicher Anstrengung und Verantwortung negiert.
Geblubber Stopp. USA und D liegt eine unterschiedliche Kultur und Mentalität zugrunde. Ein Amerikaner wird tendenziell eher die Schuld für ein Versagen bei sich selbst suchen, ein Deutscher eher die Schuld der Gesellschaft / dem Wirtschaftssystem geben. Der Ami wird härter arbeiten, nach Auswegen suchen, der Deutsche lamentieren und ein Eingreifen des Staates / Gewerkschaften fordern.
Sorry, das sollte kein Diss sein – vielleicht gehe ich mit zuviel Pathos dran. Fotografie ist eine Branche. Fotojournalismus auch. Aber der Fotojournalismus unterliegt Selbstauferlegten Regeln, die wichtig sind. Und gegen die wird meiner Meinung nach zunehmend verstoßen, weil Fotoredakteure aufgrund eines von Verlegern reduzierten Budgets auf minderwertige Ware zurückgreifen. Fotojournalismus ist eine Branche, ja. Aber wir haben eine Verantwortung. Und diese Verantwortung muss über finanziellen Interessen stehen.
Gestatten, dass ich ganz ganz weit hinten noch mal ganz kurz und sehr leise meine persönliche Überzeugung vertrete: Die Veränderungen, die wir grade im Text und im Bild erleben, werden sehr viel mehr neue Existenzen ermöglichen als sie zerstören. Nur anders. Nur dass noch keiner genau weiß, wie. Das ist schmerzhaft für alle, die grad mitten drin stecken.
Ich weiß übrigens durchaus genau, wovon ich rede. Ich war sieben Jahre Zeitschriftenredakteur und habe die Einbrüche der Medienwirtschaft am eigenen Leib erlebt, wurde mit Verlagen und Blättern, verkauft, fusioniert, hin- und hergeschoben. Heute habe ich (nach mehreren Anläufen) ne kleine Kommunikationsagentur, von der mir noch etliche feste Angestellte leben. Rückblickend kann ich sagen, die Umbrüche in den Medien waren brutal als ich mitten drin steckte und auch nicht weiter wusste – aber das Beste, was mir passieren konnte. Vielleiht hab ich einfach Glück gehabt. Jedenfalls neige ich wie Fabian dazu, die Chancen zu suchen, die in der Erkenntnis stecken, dass es nicht weitergeht wie bisher.
8mt, Fabian: Meine Sorge gilt weniger euch beiden, da ich euch – ohne euch näher zu kennen – als Highpotentials bezeichnen würde. Nicht im verqueren Sinne, aber ihr beide habt (wenn ich mir euren Lebenslauf anschaue) einen anderen Background, eine andere Bildung als wahrscheinlich das Gros der Fotojournalisten.
Ich behaupte jetzt einfach mal (und bin mir darüber bewusst, dass dies höchst subjektiv, höchst verallgemeinernd und teilweise auch ungerecht ist), dass der Standard-Fotojournalist eine Bildung hat, die auf dem Niveau eines Handwerkers liegt. Es gibt zudem keine Ausbildung zum Fotojournalisten – die meisten werden Abi und vielleicht noch eine Ausbildung als Studiofotograf besitzen. Es war bis jetzt immer ausreichend, dass ein Fotojournalist saubere, gute Handwerksarbeit abliefert.
Nun scheint dem nicht mehr so. Und dieser Art des Fotojournalisten wird es ungleich schwerer fallen sich den veränderten Bedingungen anzupassen.
Klar, die sehr guten Fotojournalisten und/oder cleveren Kerlchen werden einen Weg finden.
Ich kann aber beispielsweise nicht von jedem erwarten, dass er z.B. auch einen Artikel zu seinen Bildern schreibt wie die ersten drei Beispiel aus diesem Artikel.
http://www.dokufoto.de/blog/fotojournalismus-lehrbeispiele-statt-abgesang-586/
Ihr beide hingegen könnt das schon.
Hm.. nicht falsch verstehen, ist nicht böse gemeint.. aber das größte Problem für Fotografen, die sich dem Wandel stellen müssen, sind Kollegen, die ihnen einreden, dass sie dabei höchstwahrscheinlich scheitern werden. Wenn man nur einen Teil dieser negativen Energie in eine konstruktive Richtung lenken würde – wir würden uns die Augen reiben, was alles geht, wieviel in den Leuten steckt.
Saubere, gute Handwerksarbeit ist m.E. eine exzellente Basis, um von da aus etwas neues auszuprobieren. Ich hab in meinem Leben schon so viele Spackos und Leerlaberer mit Hochschulabschluss erlebt – formale Bildung ist m.E. ein ganz, ganz schlechtes Kriterium, um zu beurteilen, ob jemand neue Herausforderungen stemmt. Bei guten Handwerkern mache ich mir ehrlich gesagt noch die wenigsten Sorgen.
Dass ich Historiker bin, ist für meinen Job in etwa so wichtig wie Grundkenntnise in Snooker oder Feng Shui. Klar, formal bin ich gebildet. In der Realität war alles Trial and Error: Journalist, Fotograf, Blogger. Ich würde auch nicht im Traum auf die Idee kommen, eine Beschäftigung als Historiker zu erwarten, weil ich die Ausbildung bekommen habe. Im Gegenteil: So viel mir das als Background persönlich wert ist, so froh bin ich, dass mein Job etwas ganz anders ist.
Unbedingt, unterschrieben.
Unterschrieben.
Again: full ack Fabian. Sicher ist Bildung nicht per se wertlos. Aber nicht die, die man an der Uni kriegt (ich hab nie eine Uni von innen gesehen, nur mal so am Rande). Sondern Frank Zappas “open mind”: “A mind is like a parachute: it only works if it’s open”. Und zwar 360 Grad, permanent. Was man hingegen in keiner Ausbildung lernt (das ist übrigens ein systemimmanentes Problem des von Tim so gern zitierten rheinischen Kaptialismus) sind Problemlösungstechniken, die einem helfen, aus scheinbar ausweglosen Situationen doch noch irgendwie mit Würde rauszufinden – und zwar aus eigener Kraft. Improvisationstalent, sich irgendwie durchwurschteln, den Mut nicht verlieren. Wenn du das offen sagst, gilts du doch schon per se als elitärer Arsch, einfach weil sich passive Almosenempfänger ohne Selbstbewusstsein viel leichter steuern lassen als Leute, die sich ihrer Stärken auch dann bewusst bleiben, wenn was schief läuft. Diese Einstellung ist vollkommen unabhängig von Bildung, von Alter, von Herkunft und von Lebensumständen und was sonst noch so gerne vorgeschoben wird, wenn sich mal wieder wer als Opfer der Umstände bemitleiden lässt. Ich weiß, man kann das nicht diskutieren. Es ist nicht nur nicht en vogue – es ist beinahe schon systemfeindlich. Wer wie Horst jahrelang um drei Uhr nachts aus der Kiste ist, um Unfälle zu fotografieren, hat meinen Respekt. Und sicher keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.
Danke für diese tiefgehende, ehrlich geführte Diskussion, die man sonst nur selten findet. Ich kann als Hobbyfotografin, die weder Erfahrung noch die Absicht hat, mit Fotos Geld zu verdienen, eigentlich nicht mitreden. Aber natürlich interessiere ich mich für den Beruf und Menschen, die ihn ausüben. Richtig hinsehen, die Augen aufmachen, ist ja etwas, was nicht nur für Fotografen wichtig ist.
Ähm … war das jetzt völlig unverständlich, was ich geschrieben habe? Wollte eigentlich nur meinen Respekt für diese selten offene Diskussion ausdrücken …
meine 6 jahre als fotograf bei der BILD als fester freier haben mir gezeigt das gerade die “studierten” die mit den meisten problemen waren, es fehlte ihnen einfach die nähe zum mensch, alles was sie wussten war graue theorie, ein autodidakt wie ich, der geht ganz anders an die menschen ran…wenn du hier in der pfalz mit leuten hochdeutsch redest hast du eh schon verloren…meine ohren waren immer am kleinen mann.
wenn es um bildbeschaffung ging war meine erfolgsquote bei nahezu 80 %, die der studierten kollegen weit unter 50 zig, ich rede einfach so wie die menschen hier, nicht geschwollen oder gar herablassend.
die meisten konnten auch nicht mit dem druck der in so einer redaktion herrscht umgehen und waren meistens nach 1 woche wieder weg.
Mir würden allerdings noch mindestens 1000 andere Gründe einfallen, weshalb jemand die Bild-Zeitung fluchtartig verlässt – egal ob Akademiker oder nicht. Wie die Bildzeitung “Nähe zum Mensch” definiert, sollte nicht der Maßstab sein.
fabian….da magst du recht haben, aber die , die ich kennenlernte ( und das waren viele ) waren alle ganz geil auf einen job bei bild.
viele von ihnen sitzen heute bei sehr “seriösen” zeitungen oder zeitschriften.
glaube mir…1 jahr bei BILD ist soviel wie drei jahre bei einer anderen zeitung….als fotograf lernst du verdammt viel.
wie war das…alle schimpfen über bild, aber jeder weiss was drinsteht.
aber ich kann dich beruhigen…ich war nicht immer gleicher meinung mit denen…lach.
@claudia: Sehr gut verständlich ;-)
@ all
Ein wenig Süffisanz sei mir erlaubt: jeder findet Arbeit, so er denn nur mag und sich anstrengt.
Aber lassen wir mal das philosophieren einen Moment – und wenden uns der Realität zu: was sagt ihr denn beispielsweise zu Springers Rekordergebnissen bei gleichzeitigen Kürzungen der Honorare? (Ist ja nicht nur im Hause Springer so, die lediglich als prominentes Beispiel).
Zur Bild: auch wenn ein nicht unwesentlicher Teil der Bild-Artikel aus Paparrazi und teils moralisch sehr verwerflichem Boulevard besteht, so gibt es auch einen großen Teil von ganz normaler Reportage, Homestories, Emo-Geschichterln, Promis usw. Nicht jeder Fotograf der dort arbeitet, ist Polizeireporter oder Paparrazo.
//muss ich hier jetzt eigentlich ein Disclosure einfügen? Ich habe in der Vergangenheit für Bild gearbeitet.
….empfehle in diesem Kontext auch “German Dream – Träumen für Deutschland”, ein Projekt meines Freunds Wolfgang Harrer, das er zusammen mit Alysa Selene für ZDF.de realisiert hat:
http://modul.germandream.zdf.de/flash.php
Sehr interessante Statements.
hallo fabian…habe mir die seite mal angeschaut, einige aussagen kann ich voll unterschreiben, besonders die, das deutschland endlich mal das trauma wk 2 hinter sich lassen und nach vorne schauen soll.
gleichzeitig lese ich aber heute folgende aussage in der netzeitung……Schulen sollten nach Meinung des Zentralrates der Juden in Deutschland die NS-Zeit stärker thematisieren. …
http://www.netzeitung.de/deutschland/632330.html
musste ich jetzt mal loswerden.
Junge, es war ein Fehler von mir, mit dem Link auf German Dream etwas weiter offtopic zu gehen. Ich dachte halt, dass es als Ergänzung zu American Dream ganz gut passt.
Horst, zu deiner Interpretation von German Dream nur so viel: Da kann ich dir nicht ganz folgen, ich lese aus dieser Serie von Gesprächen doch einen ganz anderen Geist heraus als du.
Was mich sehr irritiert (um es mal höflich zu sagen), ist deine Bemerkung zum Zentralrat der Juden in Deutschland, gerade auch der Kontext, in den Du das stellst (“gleichzeitig lese ich…”).
Mir begegnet so was ähnliches immer wieder unter News-Artikeln, wenn Leute über Israel oder Filbinger kommentieren – da kommen dann regelmäßig diese kaum versteckten Anfeindungen gegen den Zentralrat der Juden… von wegen: Was wollen DIE denn schon wieder. Immer diese Juden. Sollen doch einfach mal das Maul halten. Horst, wenn ich sowas lese oder höre, würde ich mir am liebsten den Finger in den Mund stecken.
Ich finde deinen Kommentar unheimlich.
(Nochmals Entschuldigung, dass ich dazu beigetragen habe, dass dieser Thread über ein Foto-Thema inzwischen komplettes Eigenleben ohne Foto-Bezug entwickelt..)
fabian…da hast du aber etwas total missverstanden, aber lassen wir es einfach mal dabei und beenden das thema….gehört eh nicht hier her.
warum du meinen kommentar unheimlich findest versteh ich allerdings nicht !
reden wir lieber über fotografie.
Horst: Ähm, ist dir nicht klar, dass du dich mit deiner Aussage ganz schön aufs Glatteis begeben hast? Ich fürchte, so wie du es formuliert hast, stellst du dich in eine Ecke, die sehr weit rechts ist bzw. die man so auslegen könnte. An deiner Stelle würde ich mir genau überlegen ob ich diese Aussage so dastehen lasse.
Ich würde auch gerne wissen, auf welches Statement du dich da beziehst – ich habe mir nicht alle Interviews in ihren ganzen Länge angehört, konnte bis jetzt aber keines finden, welche deine Deutung thematisiert, geschweige denn deine Aussage stützt.
Fabian: Ohne jetzt auf das Thema Zentralrat der Juden eingehen zu wollen: Grundsätzlich hat meiner Meinung nach jeder das Recht, Aussagen und Meinungen einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes, Partei oder Religionsgemeinschaft zu kritisieren. Der Ton macht die Musik. Horst hat hier sicherlich ohne die Noten zu lesen auf die Pauke geschlagen, aber ich würde auch dich bitten, zunächst einmal nachzufragen wie den die Aussage gemeint ist, bevor du dich auf die Toilette begibst. Wir diskutieren hier schon eine Weile, jeder ist zu dem Thread zurückgekommen und hat Beiträge vom anderen aufgegriffen. Dies ist ein kleiner Blog, keine anonyme News-Seite, jeder hat unter Angabe seine Identität geschrieben. Wenn ich Horsts Kommentar früher gesehen hätte, hätte ich ihn gebeten seine Aussagen so zu ergänzen, dass auf den ersten Blick deutlich wird, dass es sich nicht um dumpfen Antisemitismus handelt.
Weiterdiskutiert werden kann gerne, allerdings würde ich euch bitten hierher zu gehen.
tim….ich wurde missverstanden sonst gar nix. ich wollte nur deutlich machen das man nicht nach vorne schauen kann wenn man immer wieder zurückgeholt wird.
ich wollte nur einige aussagen wiedergeben..zb die von Kasparow…
Den Deutschen rät er indessen, die “Schatten aus der Vergangenheit” zu überwinden, “die die Leute davon abhalten, Träume oder Hoffnungen für ihre Nation zu hegen”.
oder den von Simon Anhold….wenn ich den deutschen ein rat gegen darf..dann den das sie sich mal entspannen sollten.
so das wars…..nur das ich gleichzeitig in der netzeitung gelesen habe das eben die frau knobloch vom zentralrat vordert…..dies eben nicht zu zulassen, sondern wieder vermehrt auf die abscheulichen verbrechen im dritten reich einzugehen…in den schulen.
diesen wiederpruch ( für mich ) wollte ich hier klar machen, nicht mehr und nicht weniger.
mich dafür in eine ganz bestimmte ecke zu stellen finde ich unerhört, den jeder der mich kennt weiss das ich sehr weit davon entfernt bin.
ich habe eben nicht die gabe es jedem recht zu schreiben…..aber diese keule, die könnt ihr getrost im sack lassen.
auf meiner seite findet ihr zb.zwei bildberichte über KZs….finde euer vorgehen sehr unfair.
ich hoffe damit ist alles gesagt.
das hatte ich noch vergessen
es wurde von mir und meinem kollegen dafür gesorgt das dies die presse erfährt und dieses relikt verschwindet.
nochmal mir Antisemitismus zu unterstellen, ist einfach eine sauerrei, die mich mehr als kränkt…… mir aber zeigt, wie krank unsere gesellschaft doch ist.
Auf abscheuliche Verbrechen kann man nicht oft genug hinweisen – so wie du es tust, wenn du ein Hakenkreuz entdeckst…